Ein Besuch in den beiden Kirchen Frauensteins
Am 28.März hatte die evangelische und katholische Erwachsenenbildung zu einer Führung durch die katholische Kirche St. Georg und Katharina und die evangelische Gustav- Adolf-Kirche eingeladen. Die Kunsthistorikerin Sabrina Faulstich erläuterte den Besuchern die Baugeschichte der ältesten katholischen Kirche im Wiesbadener Stadtgebiet.
Heute zweigeteilt in die historische St.Georgskapelle (1352) neben der Blutlinde, einem Naturdenkmal, und einen großen Kirchenraum aus den 1950iger Jahren, sind Elemente der Innenausstattung von kunstgeschichtlichem Interesse; sie stammen zum Teil aus älteren sakralen Bauten in der Umgebung Frauensteins. Der spätbarocke Hochaltar, die Pieta (um 1510), die Skulpturen der Namenspatronen St. Georg und Katharina, der Taufstein (Anno 1654) verdienen besondere Erwähnung. Das Mittelbild des Altars aus dem Kloster Tiefenthal ist aus dem 19. Jahrhundert. Es weist eine lokale Eigenheit auf: Die Engelsköpfe sind nach den Gesichtern von Frauensteiner Kindern gemalt. Unter Berücksichtigung der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils wurde die Pfarrkirche 1989/90 vollständig saniert.
Am Eingang der Gustav-Adolf-Kirche empfingen uns Pfarrerin Dr.Leonhardt-Balzer und Herr Reinemer als Vertreter des Kirchenvorstandes. Die 1959 errichtete evangelische Kirche bietet der seit dem Zweiten Weltkrieg wachsenden Zahl evangelischer Christen in Frauenstein eine Heimat. Zuvor waren sie darauf angewiesen, sich für den Gottesdienst zur Kirche in Dotzheim aufzumachen. Der Name der Kirche in Frauenstein hat Bezug zum Gustav-Adolf-Werk e.V., das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der fast siebzig Jahre alte Bau mit separatem Glockenturm ist z.Zt. von außen renovierungsbedürftig, aber die Besuchergruppe zeigte sich ausgesprochen angetan von der Atmosphäre des in warmen Farben gehaltenen Innenraums. Die in die linke Seitenwand eingebaute Beleuchtung und das kunstfertige moderne Kreuz über dem Altar fanden besondere Beachtung. Neben der Sakristei ist eine kleine Küche und im unteren Geschoss ein (anmietbarer) Gesellschaftsraum.
Die freundliche Verabschiedung stand im Geist der „Türen auf im ökumenischen Zweiklang“.
Dr. Rita Rueß-Stoll