– Fragen und lebendige Gespräche in der Kita
Religionspädagogisches Arbeiten hat in der Kita der Auferstehungsgemeinde einen festen Platz im Alltag. Im Elementarbereich wird jede Woche eine Jesusgeschichte von einer pädagogischen Fachkraft sorgfältig vorbereitet und in ruhiger, kindgerechter Form erzählt. Dabei steht nicht die Länge der Geschichte im Vordergrund, sondern ihre Verständlichkeit und Nähe zur Lebenswelt der Kinder.
So hörten die Kinder zu Beginn des Jahres die Geschichte von den Heiligen Drei Königen, die einem leuchtenden Stern folgten. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, warum der Stern ihnen den Weg zeigte, wie lang ihre Reise war und weshalb sie Geschenke mitbrachten. Dabei wurde gemeinsam entdeckt, wie wichtig Teilen, Helfen und gute Wünsche sind. Werte, die im Alltag der Kita immer wieder aufgegriffen und gelebt werden. Die Kinder überlegten miteinander, was Frieden, Freude und Glück bedeuten können und wie man diese weitergeben kann.
Im Anschluss an das Erzählen folgte eine praktische Einheit. Die Geschichte wurde mit Püppchen, Bildern und der hölzernen Kinderkrippe weiter vertieft. Passend zur Geschichte gestalteten die Kinder ein kleines Leporello, ein eigenes Bilderbuch. Sie malten die einzelnen Stationen der Reise aus, ließen ihren Stern leuchten und erzählten mit ihren Bildern die Geschichte weiter. Auf diese Weise konnten sie das Gehörte in ihrem eigenen Tempo verarbeiten und mit persönlichen Gedanken füllen.
Ein besonders wichtiger Bestandteil der religionspädagogischen Arbeit ist das gemeinsame Nachdenken und Gespräch. Mit den Kindern wird viel über Gott philosophiert. Ihre Fragen werden ernst genommen und aufgegriffen. Die Fachkräfte gehen bewusst um mit den Spuren der Kinder, mit ihren Gedanken, Deutungen und Erfahrungen. So entstehen Gespräche, die offen, ehrlich und oft erstaunlich tiefgehend sind.
Auch in der Krippe wird religionspädagogisch gearbeitet. Schon die jüngsten Kinder kommen mit einfachen biblischen Geschichten in Berührung. So wurde beispielsweise die Schöpfungsgeschichte mit den Kindern erzählt und gemeinsam entdeckt. Unterstützt wurde dies durch das Kamishibai, ein Erzählertheater aus Holz, bei dem großformatige Bildkarten in einen Rahmen geschoben werden. Die Bilder begleiten das Erzählen und geben den Kindern ruhige Impulse zum Zuschauen, Staunen und Mitmachen. Die Geschichten werden stark vereinfacht erzählt und an die Entwicklung der Kinder angepasst. Die Kinder dürfen zeigen, benennen, nachahmen und auf ihre eigene Weise reagieren.
Durch das gesamte Kita-Jahr hindurch werden die Kinder so begleitet von Jesusgeschichten und von biblischen Erzählungen, die zu den kirchlichen Festen passen. Advent, Weihnachten, Ostern oder Erntedank werden aufgegriffen und mit Geschichten, Symbolen und Gesprächen verbunden. So entsteht ein roter Faden, der den Kindern Orientierung gibt und ihnen den christlichen Jahreskreis ganzselbstverständlich näherbringt.
Aus pädagogischer Sicht leistet diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung der Kinder. Religionspädagogik stärkt Sprache, Empathie und soziales Miteinander und eröffnet Kindern Räume für Sinnfragen, Beziehung und gemeinsames Nachdenken.
So wird der Glaube in der Kita der Auferstehungsgemeinde nicht abstrakt vermittelt, sondern lebendig, dialogisch und nah an der Erfahrungswelt der Kinder.
Ergänzend dazu kommt der Pfarrer seit Herbst 2025 regelmäßig in die Kita. In gemeinsamen Teamsitzungen mit dem Kita-Team ist ein neues religionspädagogisches Konzept entstanden, das seitdem erprobt wird. Hierbei gestaltet der Pfarrer die Angebote gemeinsam mit den Kindern. So erleben sie Kirche und Kita nicht als getrennte Bereiche, sondern als zusammengehörig, vertraut und verlässlich im Alltag
